Reisebericht
2000 : Reisebericht 2001/2002
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28. Dezember 2001 Orgelkonzert in der Town Hall,
Fischmarkt, Star City, Buran
In der Town Hall kann man den Oberbürgermeister
und die Bürgermeisterin Sydneys besuchen, oder
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... eine der mit ca. 9000 Pfeifen größten
Orgeln der Welt betrachten.
Wir nehmen die Gelegenheit wahr, die Orgel auch
anzuhören, denn es gibt ein ebenso kostenloses
wie formloses Treffen junger Organisten.
Ziel der Veranstaltung ist das Gewinnen neuer
Mitglieder der Gesellschaft der Freunde dieser
Orgel.
Ein richtig forte gespieltes Stück unter
Einsatz der mehreren großen (ca. 10 Meter)
und der einen besonders großen (über
20 Meter) Pfeifen lässt das ganze Gebäude
erzittern und erzeugt buchstäblich Ehrfurcht.
Dies ist ein Grund dafür, dass in Kirchen
keine Piccoloflöten eingebaut werden, sondern
Orgeln.
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Ein ungewöhnliches Halbrelief der großen
australischen Opernsängerin Joan Sutherland. |
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Nach dem vormittäglichen Orgelkonzert ist
noch genug Zeit für eine weitere Unternehmung,
und so richten sich unsere Schritte zunächst
nach Darling Harbour und dann zum Fischmarkt.
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Wer keinen Fisch leiden kann, mag bei den folgenden
Bildern ungerührt bleiben, der Feinschmecker
darf jetzt blass vor Neid werden.
Denn der Fischmarkt bietet für 20% bis 50%
des heimischen Preises ein umfassendes, superfrisches
Angebot an Fisch und Seafood. Hier bleibt kein
Wunsch offen, und wäre nicht Fleisch (z.
B. Steaks) ebenso preiswert, wäre Seafood
vielleicht das Hauptgericht der Küche Sydneys.
Einen ganz wichtigen Platz auf dem Speiseplan
besitzen Meeresprodukte ohnehin.
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Hmmmm ...
 
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Aha, unser Mittagessen: Austern, Prawns, Octopus,
Backfisch (und fette Pommes). Wir setzen uns an
einen Tisch der bereits von zwei Personen besetzt
ist.
Nach ungefähr einer Minute (ungefähr
die übliche Zeit hierzulande für diese
Frage) fragt die weibliche Person, woher wir kommen.
Vielleicht haben sie sich gewundert, dass wir
unser Essen fotografieren, bevor wir es verspeisen.
Wir erzählen also kurz und beantworten noch
einige weitere Fragen und schon sind ca. 1,5 Stunden
vorüber.
Am Schluss dieses kurzen Meinungsaustauschs
(selten soviel am Stück geredet und vor allen
Dingen gehört; selten soviel Seafood ungegessen
zurückgelassen) erfahren wir: sie heisst
Barbara und er Brian.
Abschied und das Gefühl, noch nicht alles
gesagt zu haben ...
... Fünf Minuten später treffen wir
die beiden zufällig an der nächsten
Ecke - und Barbara lädt uns für den
Abend in das Haus ihrer Freunde ein, in dem sie
gerade "Housesitting" machen.
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Ein Blick auf einen kleinen Ausschnitt des Star
City Casinos, das Gabi an Las Vegas erinnerte und
uns - trotz der modernen und zum Teil auch originellen
Architektur - insgesamt doch nicht so brennend interessiert
hat. |
Vielleicht 500 Meter weiter eine seltsame Attraktion:
Die Buran, einer der beiden Raumgleiter, die die
ehemalige Sowjetunion besaß. Eine ziemlich
gut abgekupferte Kopie des amerikanischen Space
Shuttles. Ob die Buran jemals geflogen ist, konnten
wir nicht in Erfahrung bringen (weiß das vielleicht
jemand? Bitte E-Mail).
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Leider sah das Tierchen gerade ganz und gar zerzaust
aus und war fast gänzlich unter einer großen
Plane verborgen, was uns eher an ein russisches
Mütterchen erinnerte, weniger an ein zukunftsweisendes
Raumfahrtprojekt. |
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Dieses Schiff der Wallenius Linie hat eine gewisse
traurige Berühmtheit erlangt:
Es ist das Frachtschiff, das mit Hunderten von
Flüchtlingen wochenlang in australischen
und indonesichen Gewässern umherirrte, weil
den australischen Behörden zwar daran lag,
das Leben der von einem untergehenden Beinahe-Wrack
geholten Menschen zu retten, sie aber diese Leute
nicht aufnehmen wollten.
Was die Affäre besonders bedauerlich macht:
die zurzeit amtierende australische Regierung
nahm die internatonale Kritik an diesem Verhalten
in Kauf, um daraus innenpolitisches Kapital zu
schlagen (bei uns würde man das Stammtischpolitik
nennen).
So wurde das - auch durch die Olympischen Spiele
geförderte - Image Australiens als offene,
tolerante, der Welt ein Beispiel für friedliches
Zusammenleben gebende Gesellschaft zu einem guten
Teil verspielt.
Dass sich Ähnliches an Europas Grenzen täglich
zuträgt, steht auf einem anderen Blatt.
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Am Abend besuchen wir Barbara und Brian, die
wir - wie erwähnt - beim Essen auf dem Fischmarkt
kennengelernt haben.
Direkt bei der Ankunft zeigt Barbara Gabi das
Haus, ein schönes, altes Terassenhaus.
Ich muss sofort mit Brian zu einer Nachbarin,
die er auch kaum kennt (wie gesagt, die Kennedys
hüten das Haus nur ein). Durch das Haus dieser
Nachbarin geht es zu Leuten, die er überhaupt
nicht kennt und noch durch deren Haus hindurch
in eine weitere Parallelstrasse zu einem Haus
deren Bewohner keiner der vorhergenannten kent.
Dort erhalte ich Gelegenheit, durch eine Kletterpartie
über eine Mauer und ein Vordach die Zwergpapageien
der allen unbekannten nächsten Nachbarn zu
retten, die in Urlaub sind. Besagte Zwergpapageien
sind mit ihrem Käfig umgefallen und freuen
sich , uns alle kennenzulernen, da Wasser und
Futter ausgekippt sind.
"That's neighbourhood" bemerkt noch
eine der beteiligten Damen.
Anschließend kommen wir zum gemütlichen
Teil des Abends: Barbara und Brian sind Schriftsteller
und besitzen ein Haus im edlen Norden, sind aber
völlig unarrogant und herzlich.
Wir sitzen noch lange vergnügt auf der gemütlichen
Terasse und schwätzen bei Rotwein, Weißbrot,
Prawns und anderen Leckereien, bis ein Abschiedskaffee
und ein Blick auf die Uhr (01:15) die Heimfahrt
mit dem Taxi einleiten.
Was für ein wunderbarer Abend!
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